{"id":2010,"date":"2013-08-26T09:23:18","date_gmt":"2013-08-26T07:23:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/?p=2010"},"modified":"2013-10-01T16:56:04","modified_gmt":"2013-10-01T14:56:04","slug":"buchvorstellung-und-interview-speisende-soll-man-nicht-aufhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/2010\/buchvorstellung-und-interview-speisende-soll-man-nicht-aufhalten","title":{"rendered":"Speisende soll man nicht aufhalten"},"content":{"rendered":"<p>Patrik St\u00e4bler hat sein Herz an das Essen verloren. Seine Passion und das Fernweh f\u00fchrten ihn in die verschiedensten L\u00e4nder der Erde. Auf seiner Weltreise merkte er jedoch, dass er die kulinarischen K\u00f6stlichkeiten seines Heimatlandes kaum kennt. Deshalb packte Patrick noch einmal den Rucksack und erkundete per Anhalter die Speisen Deutschlands.<\/p>\n<ol>\n<li><a href=\"#Deutschland\">Was is(s)t Deutschland?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Kochbuch\">Ein Kochbuch beschreibt Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Vergessen\">Wider das Vergessen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Fazit\">Fazit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#Interview\">Interview mit Patrik St\u00e4bler<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>Frankreichs K\u00f6che zaubern exquisite K\u00f6stlichkeiten aus Schnecken und Froschschenkeln, Italiener produzieren Pasta und Pizza, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen und die spanische K\u00fcche besticht mit herzhaften Paellas und erfrischendem Gazpacho. Und Deutschland? Hier gibt es das Eisbein oder die klassische Bratwurst. Aber war es das schon? Gibt es wirklich nicht mehr in der riesigen Republik? Genau dieser Frage ging Patrik St\u00e4bler nach und ver\u00f6ffentlichte seine Antwort in dem Buch \u201eSpeisende soll man nicht aufhalten\u201c.<\/p>\n<h3 id=\"Deutschland\">Was is(s)t Deutschland?<\/h3>\n<p>\u201eDas Buch soll den Menschen die regionale K\u00fcche vor Augen f\u00fchren. In Deutschland gibt es mehr als Kartoffeln. Essen ist in unserer Kultur verwurzelt\u201c, sagt Patrik im Interview mit Webkoch. Und so machte sich der Journalist auf den Weg und trampte einmal komplett durch Deutschland. Drei Monate, 16 Bundesl\u00e4nder und mehr als 100 Fahrer sp\u00e4ter kann jeder die kulinarischen und sozialen Ergebnisse nachlesen. Der Reiz des Buches liegt in der Kombination aus Erfahrungsberichten und deutscher Kochgeschichte. Wer hat vorher schon von Teichelmauke oder Schn\u00fcsch geh\u00f6rt?<\/p>\n<p>\u201eSpeisende soll man nicht aufhalten\u201c ist ein Kochroman mit 18 Kapiteln. Jedes Kapitel stellt am Ende ein besonderes Rezept vor, das sich dadurch auch in der eigenen K\u00fcche nachkochen l\u00e4sst. Wer also Lust hat, seiner Familie \u201eB\u00f6tel mit Lehm und Stroh\u201c oder \u201eMehlp\u00fctt mit Vanilleso\u00dfe\u201c aufzutischen, findet die passenden Anregungen verst\u00e4ndlich aber unbebildert erkl\u00e4rt. Schnell stellt man fest, dass Deutschland mehr zu bieten hat, als Eisbein oder Bratwurst, die man zum Leidwesen vieler Th\u00fcringer in dem Buch nicht finden wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bratwurst.jpg\" rel=\"lightbox[2010]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-615\" alt=\"Bratwurst\" src=\"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bratwurst-300x199.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bratwurst-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Bratwurst.jpg 723w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eDas mit der Rostbratwurst habe ich schon oft geh\u00f6rt. Ich habe bereits vor der Reise viel in Zeitschriften und Blogs gelesen. Dadurch kristallisierten sich einige Gerichte heraus, die ich unbedingt einmal probieren wollte. Da jedes Bundesland nur ein Gericht in meinem Buch besitzt, ist es logisch, dass man nicht jedes kulinarische Highlight probieren kann. Mir war wichtig, dass ich eine Mischung aus traditionellen Speisen und unbekannten Exoten in meinem Buch vereine\u201c, erz\u00e4hlt Patrik.<\/p>\n<h3 id=\"Kochbuch\">Ein Kochbuch beschreibt Deutschland<\/h3>\n<p>Entgegensetzt des Uhrzeigersinns bereiste der Autor alle Bundesl\u00e4nder und lernte dabei allerlei skurrile Gestalten kennen. Vom griesgr\u00e4migen N\u00fcrnberger mit Vorliebe f\u00fcr Zigaretten bis zum Stammmetzger von Helmut Koch pr\u00e4sentiert sich ein Querschnitt der deutschen Bev\u00f6lkerung in dem Buch.<strong> \u201eViele der Menschen waren genauso, wie ich sie darstelle; auch der N\u00fcrnberger. Man muss sich aber auch vorstellen, dass ich auf meiner Reise ungef\u00e4hr 100 Fahrer hatte. Viele davon waren ein wenig \u201everr\u00fcckt\u201c. <\/strong>Dazu kamen die K\u00f6che in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern, die mir mit ihrer Begeisterung aufgefallen sind. [\u2026] Wir Deutschen sind immer als grimmig bekannt. Aber eigentlich habe ich fast nur herzliche Personen kennengelernt\u201c, beschreibt der Autor seine Erfahrungen mit dem eigenen Volk.<\/p>\n<p>Der Kochroman ist mehr als eine Aneinanderreihung verschiedener, Essens-Episoden. Es l\u00e4dt zur R\u00fcckbesinnung ein. Man muss kulinarisch nicht immer \u00fcber den exotischen Tellerrand schauen. Frei nach Goethe <strong>\u201eliegt das Gute oft so nah\u201c<\/strong>. \u201ePrinzipiell muss ich sagen, dass ich erst im Ausland bemerkt habe, dass ich die deutsche K\u00fcche nicht kenne. Die ausl\u00e4ndische K\u00fcche war mit bekannt, doch mit Deutschland hatte ich meine Probleme.\u201c<\/p>\n<p>Die Probleme bew\u00e4ltigen der Autor und der Leser gemeinsam. Nach und nach ertappt man sich, wie man Lust auf die regionale K\u00fcche bekommt. Jedes Gericht entfaltet mit der beiliegenden Geschichte einen ganz besonderen Reiz, der Gaumen und Geist gleicherma\u00dfen anregt. Man sehnt sich nach Labskaus in Hamburg oder einem deftigen Mutzbraten in Th\u00fcringen. Nicht nur die beschriebenen Speisen werden vom Leser verschlungen, sondern nach und nach auch das Buch. Immer weiter reisen Leser und Autor durch Deutschland, erleben kuriose Abenteuer und erfreuen sich an einem neugewonnenen Heimatgef\u00fchl.<\/p>\n<h3 id=\"Vergessen\">Wider das Vergessen<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Weisswurst.jpg\" rel=\"lightbox[2010]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1307\" alt=\"Wei\u00dfwurst\" src=\"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Weisswurst-300x198.jpg\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Weisswurst-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Weisswurst.jpg 725w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Mit seinem Buch schafft Patrik St\u00e4bler etwas, was in vielen Kochb\u00fcchern verloren geht. Jedes Gericht erz\u00e4hlt eine eigene Geschichte. Die Identifikation w\u00e4chst und in der Versenkung verschwundene Gerichte, tauchen wieder auf. Damit l\u00f6st der Autor ein Problem, das seit Langem in unserer Gesellschaft schwillt: <strong>\u201eDie einzelnen L\u00e4nder schaffen es einfach nicht, ihre Gerichte in den Fokus zu stellen und sie zu vermarkten. Dass es funktionieren kann, zeigt Bayern.<\/strong> Die Bayern schaffen es mit Stolz und einer geschickten Marketing-Kampagne, ihre traditionellen Gerichte in das richtige Licht zu r\u00fccken. Dadurch ist eine Schweinshaxe auch \u00fcber die Landesgrenze hinaus bekannt. Andere Bundesl\u00e4nder haben allerdings Probleme und deshalb habe ich auch die Sorge, dass einige Gerichte in Vergessenheit geraten.\u201c<\/p>\n<h3 id=\"Fazit\">Fazit<\/h3>\n<p>Regionale K\u00fcche neu erleben. Mit dem Buch \u201eSpeisende soll man nicht aufhalten\u201c bietet Patrik St\u00e4bler das perfekte Buch f\u00fcr Hobbyk\u00fcche und Freunde am\u00fcsanter Kurzgeschichten. Die Rezepte sind aufgrund der kurzen und unbebilderten Beschreibung f\u00fcr Kochanf\u00e4nger nicht geeignet. Alle anderen erfreuen sich an Gerichten, die einem seit langer Zeit mal wieder ins Staunen versetzen. Deutschland braucht sich kulinarisch nicht hinter Frankreich, Italien oder Spanien verstecken.<\/p>\n<h3 id=\"Interview\">Interview mit Patrik St\u00e4bler<\/h3>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Patrik-Staebler-Portrait.jpg\" rel=\"lightbox[2010]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2014\" alt=\"Patrik Staebler Portrait\" src=\"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Patrik-Staebler-Portrait-300x300.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Patrik-Staebler-Portrait-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Patrik-Staebler-Portrait-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Patrik-Staebler-Portrait.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Webkoch:<\/strong> <em>Was gab es heute morgen zum Fr\u00fchst\u00fcck?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong> Patrik St\u00e4bler<\/strong>: Vegetarische Bolognesenudeln vom Vortag<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Ein Interview mit Dir vorzubereiten ist relativ schwierig. Dank Blog, Facebook und Twitter h\u00e4ltst Du deine Leserschaft detailliert auf dem Laufenden. Woher kommt deine Affinit\u00e4t zu Social Media?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Social Media interessierte und faszinierte mich schon immer. Durch meine Reise hat sich das aber noch einmal vertieft. Ich war erstaunt von dem Feedback, nicht nur von Freunden, sondern auch von Fremden. \u00dcber Facebook und meine Seite wurden mir Tipps gegeben, Orte empfohlen und mit mir interagiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Der Kochroman ist nur ein weiterer Teil deiner Selbsterfahrungen, davor liefst du einen Marathon und hast die Welt bereist. Was fasziniert dich an dem Ausprobieren?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Mich haben die Themen Reisen und Essen schon immer interessiert. Es gibt einfach viel in der Welt zu entdecken. Vielleicht spielt auch so ein wenig Entdeckergeist mit. Ich habe einfach ein gro\u00dfes Interesse an neuen Geschm\u00e4ckern.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Du schreibst, dass der Vertrag mit Rowohlt Verlag spontan zustande kam. Hast du w\u00e4hrend der Reise auf eine Regung der Verlage gewartet?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Nein. Mir war klar, dass ich die Erlebnisse der Reise zu einem Buch verarbeiten werde, in erster Linie aus eigenem Interesse. Dass es am Ende jedoch so geklappt hat, ist ein gro\u00dfes Gl\u00fcck. Ich wurde ohne Schreibprobe unter Vertrag genommen. Eine Lektorin von Rowohlt kontaktierte mich einen Monat vor dem Ende meiner Reise. Danach stockte der Kontakt etwas und ich h\u00f6rte nichts mehr von ihr. Als ich die ersten zwei Kapitel fertig geschrieben hatte, wollte ich mich schon auf Verlagssuche begeben. Doch genau in diesem Moment schrieb mir Rowohlt wieder und wir kamen zusammen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die Kommunikation lief w\u00e4hrend meiner Reise haupts\u00e4chlich \u00fcber das Smartphone ab. Dar\u00fcber habe ich Bilder und Texte gepostet. Allerdings boten mir auch viele Couchsurfer die M\u00f6glichkeit, im Internet zu surfen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beeindruckende Speisen und fehlende Identifikation<\/h3>\n<p><em> In deinem Buch erfahren die Leser interessante, landestypische Gerichte und die Geschichte dahinter. Welche Geschichte beeindruckte dich dabei am meisten?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Sehr beeindruckend fand ich Schleswig-Holstein und die Geschichte vom Schn\u00fcsch. Obwohl es das Nationalgericht ist, musste ich mich auf eine lange Reise begeben, habe viel herumgefragt und verzweifelte fast an dem Gericht. Am Ende traf ich jedoch auf einen Heimatverein, der wiederum eine \u00e4ltere Dame kannte. \u00dcber die Dame kam ich dann zu dem Gasthof, der wirklich im Niemandsland lag. Das Gericht stand nicht mal auf der Karte und trotzdem bereitete mir der Koch Schn\u00fcsch zu. Die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit hat mich beeindruckt. Allerdings nicht nur in Schleswig-Holstein. Wir Deutschen sind immer als grimmig bekannt. Aber eigentlich habe ich fast nur herzliche Personen kennengelernt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Du bringst den Lesern Teichelmauke, Mutzbraten oder Saumagen wieder n\u00e4her. Warum verschwinden die traditionellen Gerichte aus unserem Leben?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Das ist eine gute Frage. Die einzelnen L\u00e4nder schaffen es einfach nicht, ihre Gerichte in den Fokus zu stellen und sie zu vermarkten. Dass es funktionieren kann, zeigt Bayern. Die Bayern schaffen es mit ihrem Stolz und einer geschickten Marketing-Kampagne, ihre traditionellen Gerichte in das richtige Licht zu r\u00fccken. Dadurch ist eine Schweinshaxe auch \u00fcber die Landesgrenze hinaus bekannt. Andere Bundesl\u00e4nder haben allerdings Probleme und deshalb habe ich auch die Sorge, dass einige Gerichte in Vergessenheit geraten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Siehst Du dich mit dem Kochroman auch als Missionar, der den Deutschen die eigene Koch-Identit\u00e4t vor Augen f\u00fchrt?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Nein. Aber das Buch soll den Menschen schon die regionale K\u00fcche vor Augen f\u00fchren. In Deutschland gibt es mehr als Kartoffeln. Essen ist in unserer Kultur verwurzelt. Man erinnert sich an Gerichte, die bereits Oma zubereitet hat. Dadurch werden die traditionellen Speisen zu mehr als einem reinen kulinarischen Erlebnis.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Die Typologie der Deutschen<\/h3>\n<p><em> <a href=\"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Cover-Speisende-soll-man-nicht-aufhalten.jpg\" rel=\"lightbox[2010]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2012\" alt=\"Cover Speisende soll man nicht aufhalten\" src=\"http:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Cover-Speisende-soll-man-nicht-aufhalten-197x300.jpg\" width=\"197\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Cover-Speisende-soll-man-nicht-aufhalten-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/Cover-Speisende-soll-man-nicht-aufhalten.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a>Viele Charaktere deiner Reise sind sehr speziell. Besonders einer der ersten Fahrer (der grimmige Mann aus N\u00fcrnberg) blieb mir im Ged\u00e4chtnis h\u00e4ngen. Sind alle Personen in dem Roman genau so, wie du sie getroffen hast?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Ja, viele der Menschen waren genauso, wie ich sie darstelle; auch der N\u00fcrnberger. Man muss sich aber auch vorstellen, dass ich auf meiner Reise ungef\u00e4hr 100 Fahrer hatte. Viele davon waren ein wenig \u201everr\u00fcckt\u201c. Dazu kamen die K\u00f6che in den einzelnen Bundesl\u00e4ndern, die mir mit ihrer Begeisterung aufgefallen sind. Vielleicht wirken dadurch manche Charaktere etwas \u00fcberspitzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Wie oft trafst du mit deinem Vorhaben in den drei Monaten auf Ablehnung?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Eigentlich nur zweimal. In Stralsund wollte ich mich mit dem Patentinhaber der Bismarck-Heringe treffen. Doch bereits am Telefon sagte er mir, dass er kein Interesse daran h\u00e4tte. Ansonsten brach mein Vorhaben bei den meisten Personen direkt das Eis. Beim Thema Essen tauen auch die grimmigsten Herren auf und erz\u00e4hlen mit einem L\u00e4cheln \u00fcber ihr Leibgericht.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Manche Gerichte erschienen mir auf den ersten Blick nicht logisch. So beschreibst du in Berlin den D\u00f6ner und in Th\u00fcringen den Mutzbraten anstatt einer Bratwurst oder Kl\u00f6\u00dfen. Wie kam es zur Auswahl der Gerichte?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Ja, das mit der Rostbratwurst habe ich schon oft geh\u00f6rt. Ich habe bereits vor der Reise viel in Zeitschriften und Blogs gelesen. Dadurch kristallisierten sich einige Gerichte heraus, die ich unbedingt einmal probieren wollte. Da jedes Bundesland nur ein Gericht in meinem Buch besitzt, ist es logisch, dass man nicht jedes kulinarische Highlight probieren kann. Mir war wichtig, dass ich eine Mischung aus traditionellen Speisen und unbekannten Exoten in meinem Buch vereine. Den Mutzbraten w\u00e4hlte ich in Th\u00fcringen zum Beispiel, weil mir die Geschichte vom Mutzbratenkrieg so interessant vorkam.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Welches Essen hat dich besonders \u00fcberrascht?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Vermutlich der Saumagen. Ich hatte eine v\u00f6llig falsche Vorstellung, bis ich mich mit dem Stammmetzger von Helmut Kohl getroffen habe. Er zeigte mir Schritt f\u00fcr Schritt, wie man den Magen mit allerlei Zutaten f\u00fcllt und danach kocht. Das war wirklich ein Erlebnis und hat tats\u00e4chlich geschmeckt. Danach durfte ich noch reinen Saumagen probieren. Der schmeckte allerdings wir ein Turnschuh.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Typisch deutsches Essen &#8211; oder nicht?<\/h3>\n<p><em> An welche Mahlzeit erinnerst du dich w\u00e4hrend der Reise nicht gern zur\u00fcck?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Mir schmeckt grunds\u00e4tzlich viel, meine Geschmacksknospen sind gen\u00fcgsam. Deshalb gibt es kein Gericht, das ich nicht wieder essen w\u00fcrde. Ein Eisbein w\u00fcrde mir vielleicht nicht t\u00e4glich auf den Tisch kommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Was ist denn nun typisch deutsches Essen? Zeichnet Fleisch Deutschland aus? Immerhin gab es nur ein vegetarisches Gericht.<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Man muss sich das so vorstellen: Die Gerichte, die ich auf meiner Reise probiert habe, galten fr\u00fcher als Sonntagsessen. W\u00e4hrend in der Woche meist nur Kartoffeln auf den Tisch kamen, tafelte man am Wochenende richtig auf. Und genau diese Speisen, mit viel Fleisch gelten heute als typisch deutsch. Meine Schwiegermutter hat nach der langen Reise \u00fcbrigens zu mir gesagt: \u201eNa, abgenommen hast du aber nicht!\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Welches Gericht sollte jeder B\u00fcrger der Bundesrepublik einmal probiert haben?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Wenn ich eins empfehlen soll, dann w\u00fcrde ich das Labskaus anbringen. Das Gericht sieht zwar wirklich nicht lecker aus, schmeckt aber \u00fcberraschend gut.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Was war der schlimmste Moment deiner Reise durch Deutschland?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Das war direkt der erste Tag. Ich stand 2 \u00bd Stunden an einer Autobahnauffahrt und wartete auf eine Mitfahrgelegenheit. In der Zeit fuhren mehr als 700 Autos an mir vorbei. An dem Tag sah ich meine Vorhaben schon scheitern. Ich musste erst lernen, dass man f\u00fcr das Trampen Geduld ben\u00f6tigt.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Rindfleischrouladen verw\u00f6hnen den Autoren-Gaumen<\/h3>\n<p><em> Vor deiner Deutschlandreise hast du bereits die Welt bereist. Auch da liefen dir sicherlich viele exotische Spezialit\u00e4ten \u00fcber den Weg. Welche Mahlzeit blieb dir weltweit im Ged\u00e4chtnis?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Prinzipiell muss ich erstmal sagen, dass ich erst im Ausland bemerkt habe, dass ich die deutsche K\u00fcche nicht kenne. Die ausl\u00e4ndische K\u00fcche war mit bekannt, doch mit Deutschland hatte ich meine Probleme. Meine Weltreise war aber definitiv auch ein kulinarisches Highlight. In Argentinien genoss ich Empanadas, Rindfleisch und Rotwein; in Asien faszinierten mich die Vielfalt und die kleinen Gark\u00fcchen am Wegesrand.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Am Ende des Tages gibt es viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein leckeres Gericht. Doch mit welchem Essen kann man dich immer an den Tisch locken?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Rindfleischrouladen mit Sp\u00e4tzel. Meine Mutter f\u00fcllt die Rouladen mit Schinken, K\u00e4se und einem Klecks Senf. Das kleine saure G\u00fcrkchen l\u00e4sst sie wiederum weg.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Deutschland ist bereist, die Welt ist erkundet, der Marathon gelaufen. Welche Herausforderung wartet als N\u00e4chstes?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>In erster Linie mein Kind. Ansonsten w\u00fcrde ich schon gern beim Essens- und Reisejournalismus bleiben. Es gibt noch viel zu entdecken.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> Und was sind deine n\u00e4chsten Koch-Herausforderungen? Stehst du h\u00e4ufig in der K\u00fcche?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Ja, ich koche h\u00e4ufig, aber nicht sonderlich gut. Ich bin im Essen besser. Aber viele Gerichte meiner Reise habe ich zuhause nachgekocht. Nur der Saumagen und ein paar weitere Speisen fehlen noch. Aber das kann ich auch nicht in meiner K\u00fcche machen. Ich wohne mit drei Vegetariern zusammen. Deshalb gab es heute auch zum Fr\u00fchst\u00fcck die Reste der vegetarischen Bolognesenudeln.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Speisende soll man nicht aufhalten&#8220; &#8211; in diesem Buch entf\u00fchrt Patrik St\u00e4bler den Leser auf eine kulinarische Reise quer durch Deutschland und zeigt, welche K\u00f6stlichkeiten in den regionalen Kocht\u00f6pfen brutzeln.<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":2013,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2010"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2010"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2010\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2072,"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2010\/revisions\/2072"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2013"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2010"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2010"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.webkoch.de\/ratgeber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2010"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}