Historisch: Wein von Birnen und Äpfeln - Info



Zutaten

30lSaft
4kgZucker; gerieben o.gestossen
20gWeinstein (Cremor tartari)

QUELLE Die Hausfrau v.H.Davidis Anno 1907 erfasst v. Renate Schnapka am 19.05.98

Sollten Sie eine Einheit nicht kennen, so finden Sie hier eine Übersicht der Maßeinheiten.

Zubereitung

Die hier wiedergegebenen Informationen stammen aus der 18. Auflage des Buches aus dem Jahre 1844.

MESSEN: Schliesslich sei noch darauf aufmerksam gemacht, dass bei den Kochrezepten, soweit dies moeglich, die Angabe der Bestandteile anstatt nach Gewicht, nach Litermass gemacht ist, und wuerde es deshalb zweckmaessig sein, wenn man sich in der Kueche mit einem halben, einem viertel und einem achtel Litermass versehen wollte.

Birnen und Aepfel werden von Stengel und Blume befreit, in 4 Teile zerschnitten und roh zerquetscht oder sehr fein gestampft. In ERmangelung einer anderen Zerkleinerungsmaschine kann man sich heirbei mit Vorteil der Fleischhackmaschine bedienen. Das Mus wird in Weinfaesser, aus denen der Deckel geschlagen ist, gefuellt und einige Tage hingestellt, bis es tuechtig am Gaeren ist. Dann bringt man die Masse unter eine Fruchtpresse, stellt den klat durchgelaufenen Obstsaft 24 Stunden in den Keller, damit sich das Truebe senken kann und giesst ihn nun vorscihtig, unter Zuruecklassung des Bodensatzes, in das fuer den Wein bestimmte Fass. Hierzu fuegt man nun auf die oben genannte Saftmenge die anderen Zutaten und setzt den Obstsaft (Most) danach einer hoeheren Temperatur (12-15°C) aus, wobei er bald in weinige oder geistige Gaerung (Alkoholgaerung) uebergehen wird. Ohne Luftzutritt kann sich diese Gaerung nicht vollziehen, weshalb das Spundloch offen bleibt. Aus dem Spundloch scheidet der Most seine unbrauchbaren Stoffe als Schaum ab.

Damit sich der letztere gehoerig entfernen kann, muss das Fass stets nahezu voll bleiben und waehrend der Gaerung von Zeit zu Zeit nachgefuellt werden. Zu diesem Behuf wird beim Pressen fuer eine reichlichere Menge Saft gesorgt, um davon zum Nachfuellen so viel als noetig in Flaschen aufzuheben. Wenn der Gaerungsprozess vollendet ist, d.h. wenn der junge Wein voellig klat erscheint und nicht die geringste Bewegung mehr im Fasse zu bemerken ist, wird das Spundloch mit einem sauberen Tuche ausgewischt (was uebrigens auch zuweilen waehrend der Gaerung geschehen muss), der Spund hineingeschlagen und das Weinfass in den Keller gelegt, woselbst es ruhig ein halbes Jahr liegen bleiben muss; alsdann wird der Wein in Flaschen gefuellt. Beim Gaeren bildet sich immer etwas Bodensatz, der durch Umlegen des Fasses oder in anderer Weise nicht aufgeruehrt werden darf. Aus desem Grunde bedient man sich beim Abziehen des Weines statt eines gewoehnlichen Abziehhahnes eines Gummischlauches, welcher wie der Heber gehandhabt wird.

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