Fotzelschnitten im Wallis
Zutaten
| 12 | Scheibe | Vollkornbrot vom Vortag etwa 1 cm dick |
|---|---|---|
| 200 | ml | Milch |
| 4 | Eier | |
| Zimt | ||
| Zucker | ||
| Eingesottene Butter | ||
QUELLE Nach Postings von Arthur Heinzmann, 17.3.96 Arthur Heinzmann, 19.3.96 | ||
Zubereitung
Eier verquirlen, Brotscheiben erst kurz in die Milch tunken und dann in den Eiern wenden.
Etwas eingesottene Butter in einer Pfanne erhitzen und die Brotscheiben beidseitig goldgelb backen.
Zimt und Zucker mischen und die Fotzelschnitten damit bestreuen.
Heiss servieren. Dazu reich man ein Glas Weisswein und Fruechtekompott.
Zitat Arthur Heinzmann bei einer anschliessenden Diskussion: Der "Fotzel" wird bei uns vorwiegend als "Lausbub" gebraucht. Da ich mir aber keinen Reim auf einerseits "Fotzelschnitte" andernseits "Arme Ritter" machen konnte, wollte ich dem mal auf den Zahn fuehlen.
Ganz das selbe ist es ja nicht; Ich hab mir alle ´Arme-Ritter-Rezepte´ mal angesehen, aber aehnlich ist es schon.
Also machte ich heute mal wieder einen Besuch im oertlichen Altenheim. Ist bei mir immer so, wenn ich fuer irgendwas eine Erklaerung suche, deren Ursprung vielleicht in den guten alten Zeiten zu finden ist, gehe ich dorthin und plaudere ein wenig mit den Insassen. Die freuen sich ueber jeden Besuch und ich werde meist fuendig. Wie´s scheint, hat es sich wieder einmal gelohnt.
Der Ursprung der Fotzelschnitten liegt im 2. Weltkrieg. Die schweizer Soldaten standen an den Grenzen und nicht selten wurde die Nahrung knapp. Vielerorts wurden die Soldaten von den ansaessigen Bauernfrauen versorgt. Doch woher nehmen und nicht stehlen? Fleich wurde bald mal zur Mangelware und die Schuld dafuer gab man den "fremdu Fotzla", (Fotzel war damals ein Schimpfwort, das fuer Tagediebe, Nichtsnutze und dergleichen verwendet wurde) die ueber die Grenze in die Schweiz wollten.
Die Frauen mussten sich was einfallen lassen, um ihre Mannen bei Kraeften zu halten. Damals hat man oft Fleischscheiben in zerschlagenen Eiern gedreht und dann so gebraten. Man nannte dies "geirutz Fleisch" also "geeiertes Fleisch" Es gab auch "geirute Chees" also "geeierten Kaese" Da aber zu wenig Fleisch und spaeter auch Kaese vorhanden war, kamen die Frauen auf die Idee, diese leckere Mahlzeit mit Brot zuzubereiten und es klappte.
Bald mal aber hatten sie zuwenig Eier, weil das Brot doch wie ein Schwamm wirkte. Darum haben die Frauen das Brot zuerst in Milch getunkt und dann erst ins Ei. Als schliesslich auch die Milch knapp wurde, streckte man diese mit Wasser. Das ganze nannte man dann eben "geiruti Brotschnitte" und war eine begerenswerte Abwechslung im Speiseplan. Weil an dem Disaster eben diese "fremdu Fotzla" schuld waren, wurden die "geiruti Brotschnitte" irgendwann spaeter (genauer Zeitpunkt nicht bekannt) dann in "Fotzulschnitte" umbenannt.
| Portionen: | |
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| Bewertung: | ![]() |
| Anforderung: | Anfänger |
| Autor, Eingegeben oder Gepostet: | Arthur |
| Statistik: | 3 * gemerkt |
| Kategorien: | Backen Brot Information Schweiz |


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