Ein Potpouri zu machen
Zutaten
| Salz | ||
| 1 | Handvoll Veilchen;evtl. mehr | |
| 1 | Handvoll Rosenblätter | |
| 4 | Handvoll Pomeranzenblueten | |
| 4 | Handvoll Rote Nelken | |
| 4 | Handvoll Majoran | |
| 4 | Handvoll Lavendelblüten | |
| 4 | Handvoll Isopblaetter (?) | |
| 4 | Handvoll Rosmarinblüten + -Blätter | |
| 2 | Handvoll Basilikum | |
| 2 | Handvoll Myrthenblaetter | |
| 2 | Handvoll Melissen | |
| 2 | Handvoll Salbei | |
| 2 | Handvoll Krausemuenz | |
| 1 | Loth Zimt; gestoßen | |
| ½ | Loth Gewuerznelke;gestossen | |
QUELLE Oberrheinisches Kochbuch a.d. Jahre 1811 | ||
ERFASST VON Renate Schnapka am 12.05.97 | ||
Zubereitung
Dieses Rezept stammt aus einem sehr alten Kochbuch, in dem teilweise sehr alte Gewichte erwaehnt werden. Sollte jemand diese Rezepte nachkochen wollen, kann ich ihm nur ungefaehre Hilfen anbieten. Aus einer frueher geposteten Info konnte ich entnehmen, dass 1 MASS = 1,07-1,2l; 1 LOT = ca. 15-17g; 1 SCHOPPEN = vermutlich 1/2l enthalten. Ganz allgemein meine ich beim Lesen der Rezepte festgestellt zu haben, dass es auf ein wenig mehr oder weniger meist nicht ankommt.
Um wenigtens einen Teil der "Originalitaet" der Rezepte zu erhalten, behalte ich die Schreibweise des Textes bei. (R. Schnapka)
Bei dieser Anleitung moechte ich um Entschuldigung bitten, wenn ich Mengen im Beschreibungstext mit einfuege, aber es geht zuviel von dem schoenen Wortlaut verloren, wenn ich es nicht tue (R.S.)
Ich weiss zwar wohl, dass so etwas nicht in ein Kochbuch gehoert. Es ist aber fuer junge Frauenzimmer eine so artige Beschaeftigung, und giebt das ganze Jahr hindurch in einem Zimmer einen so angenehmen Geruch, dass ich nicht umhin kann, es zu beschreiben: Man nimmt Salz und trocknet es in einem Ofen oder in einer eisernen Pfanne, dass es ganz hart ist. Man macht sich solches vorraetig, damit man es zwischen die Blumen sprengen kann. Von diesem Salz streut man etliche Haende voll auf den Boden des Gefaesses. Alle Blumen muessen vom Stiel abgepflueckt werden und alles Gruene wird ein abgesondert. Zuerst kommt ein guter Theil Violen in das Gefaess und hierauf schoene Rosenblaetter. Von Pomeranzenbluethe koennen 4 Haende voll seyn, denn je mehr Pomeranzenbluethe hinzu kommt, desto besser ist es . Hernach nimmt man 4 Haende voll dunkelrothe Nelken, eben so viel Majoran, Lavendelbluethe, Isopblaetter auch Rosamrinbluethe und Blaetter; 2 Haende voll Basilikum, Myrthenbluethe, Melissen, Salbey, Krausemuenz, von jeder Sorte eine Handvoll, 1 Loth gestossenen Zimmet und ein halbes Loth gestossene Gewuerznelken. So gut man diese Ingredienzen haben kann, thut man sie alle in den Topf und allemal eine handvoll trockenes Salz dazwischen. Anfaenglich muss der Topf einige Monate hindurch alle Tage fleissig umgeruehrt werden. Im Monat August wird er alle Tage an die Sonne gestellt, damit die Sonne alle ueberfluessige Feuchtigkeit verzehre. Im Herbstmonat darf man ihn nur alle 8 Tage umruehren und zuletzt gar nicht mehr, als wenn man einen guten Geruch im Zimmer verbreiten will. Ausserdem muss er aber immer wohl zugedeckt gehalten werden. Ein solcher Topf haelt sich viele Jahre lang gut; doch kann man von solchen Pflanzen, deren Geruch man am meisten liebt, alle Jahre etwas frisches hinzu thun, nebst trockenem Salz.