Biersoabbe (Biersuppe aus dem Siegerland)



Zutaten

¾lMagermilch
¾lBier
30gButter
4ELZucker
3ELMehl
2Eier
1Msp.;Salz
1Msp.Zimt
Rosinen

QUELLE Riewekooche onn Schmatz- baeckel, Vom Essen und Trinken im Siegerland Trutzhard Irle ISBN 3-88265-097-4 Gepostet: Herbert Schmitt 27.02.1995

Sollten Sie eine Einheit nicht kennen, so finden Sie hier eine Übersicht der Maßeinheiten.

Zubereitung

Milch aufkochen.

Butter auslassen und Mehl anschwitzen. Heisse Milch nach und nach hinzufuegen und gut durchruehren. Bier in die Milch geben und mit Salz, Zucker, Zimt und Rosinen weitere 10 Minuten leise koecheln lassen.

Danach die Suppe mit zwei Eigelb abziehen. (Nicht mehr kochen lassen!!!)

Eiweiss zu Schnee schlagen und unter die Suppe heben.

Herbert Schmitt: Bier und Schnaps gehoeren zum Siegerland, wie Riewekooche und Schmatzbaeckel. Wir alle wissen, dass die Pharaonen am Nil und die Menschen zwischen Euphrat und Tigris bieraehnliche Getraenke kannten. Auch von unseren germanischen Vorfahren wird behauptet, dass sie "immer noch eins tranken". War es bei den alten Aegyptern ein Trank aus vergorenem Brot, der moeglicherweise das Aussehen von Bier hatte, so habe ich meine Zweifel, dass wir heute mit einem solchen Gebraeu auf unsere Gesundheit anstossen wuerden. Ob der Met, jenes sagenumwobene, mit Pilzen und Baumrinde gewuerzte Honiggetraenk aus germanischer Vorzeit unseren Geschmacksnerven zugesagen wuerde, darf bezweifelt werden. Die mit Rosmarin und Gagelkraut verfeinerten Biere des fruehen Mittelalters koennten hoechsten im Zuge der Harmonisierung der EG-Getraenke- Vorschriften in die hinteren Regalen grosser Supermarktketten Einzug halten. Trinken wollte ich keines.

Kein Wunder also, dass Wein das bevorzugte Getraenk der Zeit war. Erst mit der Verwendung von Hopfen beim Brauen, konnte sich Bier seit dem 14. Jhdt. gegenueber dem Wein durchsetzen. (Der Wein dieser Zeit war allerdings auch nicht mit den edlen Tropfen unserer Tage vergleichbar.)

Bis ins 17. Jahrhundert hinein wurde Hopfen im Siegerland angebaut. Vielfach wurde Bier selbst gebraut, genauso wie es allegemein ueblich war den Korn und Wacholder selbst zu brennen. Heute stehen fuer die Siegerlaender Braukunst so klangvolle Namen, wie Eichner, Erzquell, Irle, Krombacher.

Kein Wunder also, dass inmitten solcher Hopfen-Herrlichkeiten, so mancher feuchtfroehliche Zug in die Siegener Altstadt einen schalen Geschmack hinterlaesst: Der Wilhelm, seines Zeichens Maurer, entschloss sich, wie ueblich zu einer samstaeglichen "Schbratzdur" und liess sich auch nicht von seinem Bruder davon abhalten, als dieser beschloss die Wohnung zu tapezieren. Nun muss man an dieser Stelle einfuegen, dass frueher, statt handelsueblicher Kleister, sogenannter Mehlpapp (siegerl.: Maehlbabb) aus eben Mehl und Wasser angeruehrt wurde.

Waehrend nun Wihlhelms Bruder schon die halbe Wohnung tapezierte hatte und den Rest des "Maehlbabb" und Tapentenrollen zur Seite stellte, endete Wilhems Tour im "Schwarzen Hemd", einer Kneipe in der Loehrstrasse. Von dort trat er torkelnd seinen Heimweg an. Da waehrend dieser "Schbratzdur" zwar viel getrunken, aber weniger gegessen wurde, war die Heimkehr wie stets von grossem Kohldampf begleitet. Als Wilhelm zu Hause ankam, suchte er nach etwas Essbarem und fand endlich einen grossen Topf mit Brei gefuellt, loeffelte diese "Milchsuppe" in sich hinein und legte sich schlafen. Am anderen Morgen wurde er von wildem Gebruell aus seinen Traeumen gerissen und sah seinen grossen Bruder neben dem Bett stehen, der wutentbrannt rief: "Ahler Sajjbaelz, haesde gesdern aowend noch wat gaesse?" "Waarde? Ech glauw e Debbche Soabbe." "Wat? E Debbche nennsde dat? Dat woar e groass Debbe med draej bes fier Lidder. Waissde och wat drenn woar? Dat ech ho de morje de Kech dabbezieren woll, dat wirschde woal noch wesse. Itz marsch uss dem Baedde onn najjer Maehlbabb gekocht! Du haest naemlich gesdern aowend dr Maehlbabb fraesse!" (Nach Trutzhard Irle)

Verwechslungen koennen vorkommen und da dieser Kleister biologisch abbaubar war, brauchen wir uns auch keine Sorgen um Wilhelm zu machen. Die obige Biersuppe aber ist zum Tapezieren viel zu schade!

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Autor, Eingegeben oder Gepostet:Rene
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Kategorien:Suppe
Gebunden
Bier
Deutschland


Quelle: http://www.webkoch.de/rezept/biersoabbe-biersuppe-aus-dem-siegerland-3301 – Nur zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Es gelten die Nutzungsbedingungen von webkoch.de