Aejjerkaes (Eierkäse aus dem Siegerland)
Zutaten
| 10 | Eier | |
|---|---|---|
| 1 | l | Milch |
| ;Salz | ||
| ;Zucker | ||
| Zimt | ||
| ¼ | l | Saure Sahne |
QUELLE Riewekooche onn Schmatz- baeckel, Vom Essen und Trinken im Siegerland Trutzhard Irle ISBN 3-88265-097-4 Gepostet: Herbert Schmitt 28.02.1995 | ||
Zubereitung
Eier und Milch gut miteinander verruehren. Etwas Salz und Zucker hinzufuegen. Nach Moeglichkeit in einen Steinguttopf geben und in einem Wasserbad so lange kochen lassen, bis das Eier-Milch-Gemisch gerinnt und fest wird.
Die Milchmasse in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Im Siegerland wird dazu eigens eine gugelhupfartige, durchloecherte Steingutform verwendet. Das Abtropfen kann durchaus eine Stunde und laenger dauern.
Den so gewonnenen Eierkaese umstuelpen und erkalten lassen.
Aus der sauren Sahne, Zucker und Zimt wird eine schaumige Sauce geruehrt und ueber den Eierkaese gegeben.
Der Eierkaese wird in dicke Scheiben geschnitten und auf Brot gegessen. Oft verzichtet man auch auf die Sauce und bestreut die Scheiben einfach mit Zucker und Zimt.
Herbert Schmitt: Auch im Siegerland war eines der Hauptnahrungsmittel das Brot. Allerdings "ohne wat droff" mochte auch der Genuegsamste seine "Dong" nicht essen. "Goore Bodder", "Grutt" oder "Grittche", ein Mus aus Pflaumen, Aepfeln oder Birnen waren ebenso beliebt wie Ruebenkraut oder ein Gelee aus Beerenfruechten. "Kaes" wurde in der einfachsten Form aus dicker Milch gewonnen, die man erwaermte, die Molke abgoss und den so entstandenen Quark mit Zwiebeln, Salz oder Kuemmel anmachte. Mitunter wurde Kochkaese hergestellt, indem man einen Handkaes in Stuecke schnitt und in Milch kochte.
Eine besondere Spezialitaet war der "Aejjerkaes" (Eierkaese), keinesfalls ein monstroeses Produkt genmanipulierter Huehner oder Kuehe, sondern ein Gemisch aus Milch, Eiern und Zucker, dass im Wasserbad gekocht wurde.
"Manch einer wird sich gefragt haben, warum hier nie ein Salatgericht auftauchte. Die Frage ist schnell und einleuchtend geklaert: Salat wurde im alten Siegerland nie roh gegessen. Als sich diese Mode zwischen den beiden Weltkriegen durchzusetzen begann, wurde sie von vielen Alteingesessenen als sehr revolutionaer empfunden und abgelehnt." (T. Irle)
"Auch Siebels Moll war mit dieser "Rohkost" noch nicht vertraut. Als er eines Morgens bei Schneiders Kaspar den Garten kultiviert hatte, erschien die Hausfrau gegen Mittag mit einem grossen Tablett voll herzhafter Gaumenfreuden. Moll putzte auch Fleischsuppe, Rinderbraten und Kartoffeln locker weg, liess aber die Schuessel mit Kopfsalat stehen. Als Kaspars Frau enttaeuscht wissen wollte, wieso er das verschmaehte, antwortete der Moll: "Mir woarn jao alt aarich aarm drheim, awer det Gemees haett oos Mamme emmer noch gekocht, dat ha mir noch neet roh ze fraesse bruche!" (T. Irle)
Einige "Donge bet Aejjerkaes" haette der Moll sicher noch geschafft. Dem Mann kann geholfen werden, siehe Rezept!
| Portionen: | |
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| Autor, Eingegeben oder Gepostet: | Joggi |
| Statistik: | 1 * gemerkt |
| Kategorien: | Ei Süßspeise Deutschland |